Bonn (DMK) – Die Silomaisproduktion steht vor einem tiefgreifenden Umbruch. In seinem Fachbeitrag in der neuen Ausgabe der Fachzeitschrift „mais“ (1/2026) analysiert Prof. Dr. Walter Stinner (Deutsches Biomasseforschungszentrum) die komplexen Faktoren, die künftig über den Erfolg dieser wichtigen Futter- und Energiepflanze entscheiden. Trotz sinkender Rinderbestände – beim Milchvieh ein Rückgang um 15 % seit 2010 – bleibt der Silomaisbedarf aufgrund steigender tierischer Leistungen und des Trends zur Stallhaltung konstant. Doch Entwicklungen wie fleischreduzierende Ernährungstrends oder künstliches Fleisch könnten den Markt langfristig verändern.
Ein zentraler Treiber für neue Anbaustrategien ist der Klimawandel, so Stinner. Um die Futterversorgung bei Extremwetter zu sichern, ist mehr Flexibilität wünschenswert: Landwirte sollten verstärkt auf druschwürdige Sorten mit hohem Kolbenanteil setzen. In guten Jahren kann der Überschuss als Körnermais vermarktet werden, in schlechten Jahren dient er als Reserve für das Grundfutter. Zudem gewinnt die Diversifizierung durch Winterzwischenfrüchte an Bedeutung, um Winterniederschläge effizienter zu nutzen. Auch im Biogassektor wandelt sich die Rolle des Maises. Der Maisdeckel sowie der Trend zur flexiblen Stromeinspeisung senken den Bedarf. Künftig wird Silomais in Biogasanlagen verstärkt im Wintergenutzt, während im Sommer Reststoffe dominieren.
Für Züchtung und Praxis lautet Prof. Stinners Fazit: Wassernutzungseffizienz und Nutzungsflexibilität werden zu den entscheidenden Kriterien. Gefragt sind Sorten, die einen geringen Keimwasserbedarf haben und auch unter Hitze stabile Erträge liefern, um die Betriebssicherheit in einer volatilen Zukunft zu garantieren.
Den gesamten Beitrag von Prof. Dr. Walter Stinner finden Sie in der neuen Ausgabe der Fachzeitschrift „mais“, abrufbar auch als e-paper beim DLG-Verlag.
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